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Garnelen züchten |
Die Garnelenzucht!
Die Zucht der meisten Zwerggarnelen ist nicht schwierig. Die
meisten Arten der Gattung Caridina, Neocaridina bringen fertig
entwickelte Larven zur Welt, jedoch gibt es auch hier einige
spezialisiertere Arten. Es wäre ja sonst zu einfach. Zuerst einmal
können sich nur frisch gehäutete Garnelen paaren.
Sobald sich ein Weibchen häutet sondert dieses Duftstoffe, der so
genannte Reifeprozess ab, die das Männchen veranlassen ein
paarungsbereites Weibchen zu suchen. Bemerkbar macht dies sich am
wildgewordenen Schwimmen durch das Aquarium. Wenn ein Männchen ein
paarungswilliges Weibchen findet, heftet es sich an dessen Rücken und
gibt ein Samenpaket in ihre Eimasse ab.
Man erkennt eine erfolgreiche Begattung, dass in den Keimdrüsen,
lat. Gonaden über dem Kaumagen die Eipakete angelegt werden. Bei Red
Cherry Garnelen z.B. erkennt man dies an den bekannten gelben
Nackenfleck, Glasgarnelen dagegen bekommen einen olivgrünen
Nackenfleck.
Nach einigen Stunden entwickelt sich die Eimasse zu befruchteten
Eiern, die nach der nächsten Häutung in den Brutraum, der sich im
Bereich der Schwimmbeine befindet, abgegeben werden. Dort werden sie
jetzt vom Muttertier ausgiebig geputzt und ständig bewegt um sie mit
Frischwasser zu umspülen.
Sollte eine erfolgreiche Begattung ausbleiben so werden die Eier
nach einigen Tagen verschwunden sein. Die meisten Zwerggarnelen tragen
dunkle Eier im Hinterleib. Mit der Zeit werden diese zunehmend
durchsichtiger, so dass man die Larven mit ihren zwei stecknadelgroßen
Augen durch die Eihülle deutlich sehen kann. Nach etwa vier Wochen
schlüpfen die Zoeä-Larven die vom Weibchen, meist über Nacht, durch
Zuckbewegungen des Hinterleibes ausgestoßen werden.
Die entlassenen Larven werden in der Aquaristik in zwei
Fortpflanzungstypen unterschieden, den spezialisierten und dem
primitiven Fortpflanzungstyp. Wenden wir uns zunächst einmal dem
spezialisiertem Fortpflanzungstyp zu.
!Spezialisierter Fortpflanzungstyp
Beim spezialisierten Fortpflanzungstyp kommen nach einer Tragezeit
von ca. vier Wochen, je nach Art unterschiedlich, zwischen 20 - 50
fertig entwickelte Junggarnelen zur Welt, die bereits kleine Abbilder
ihrer Eltern sind und sofort zum Bodenleben übergehen, z.B Red Cherry
Garnele. Dieser Fortpflanzungstyp benötigt kein Brackwasser und die
Aufzucht der Jungen ist verhältnismäßig einfach. Die Junggarnelen
finden bereits in Javamoos, auf Moosbällen oder im Mulm der sich am
Boden ansammelt genügend Futter.
Hält man Garnelen in einem Gesellschaftsbecken und möchte aber die
Larven großziehen, so sollte man das Muttertier in ein extra zuvor
eingerichtetes Aquarium umsetzen. Mit dem Umsetzen sollte man
allerdings bis kurz vor Entlassen der Larven warten, da dass
Herausfangen Stress für die Tiere bedeutet und es bei zu frühen
Umsetzen vorkommen kann, dass die Eier vorzeitig abgestoßen werden.
Die Zucht von verschiedenen Zwerggarnelen des spezialisierten
Fortpflanzungstyp gelingt auch in Gesellschaftsbecken in denen sich
genügend Versteckmöglichkeiten und eine ausreichende Bepflanzung
befindet. Wer jedoch Zwerggarnelen gezielt züchten möchte, sollte die
verschiedenen Arten in einem separaten Aquarium ohne Fische halten.
Primitiven Fortpflanzungstyp!
Zum primitiven Fortpflanzungstyp gehören Garnelenarten die nach
Entlassen plagmatischen Leben und nach einiger Zeit zum benetischen
Leben übergehen. Das heisst, sie wandeln sich vom schwebenden
Larvenstadium ,in dem sie kopfüber durchs Wasser treiben, zum
bodenorientiertem um und können nach 4-6 Wochen am Boden krabbeln und
fressen. Unabhängig davon ob die plagmatisch (freischwimmend) lebenden
Larven sich im reinen Süßwasser oder Meerwasser weiter entwickeln. Zu
diesem Fortpflanzungstyp zählen Arten wie z.B Amano- Nashorn- oder
Glasgarnelen.
Viele Arten des primitiven Fortpflanzungstyps, bis auf einige
Macrobrachien, benötigen Meerwasser zur weiteren Aufzucht. Bei der
Aufzucht des primitiven Fortpflanzungstyps sollte man einiges beachten.
Das Aufzuchtaquarium sollte ohne Bodengrund und mit einem Lüfterstein
der nur ganz leicht sprudeln darf, eingerichtet werden. Wenn dieser zu
stark sprudelt werden die Larven gegen die Scheibe getrieben und
verletzt, was zu hohen Verlusten führen kann.
Die Larven, darunter auch die vieler Macrobrachien Arten, verfügen
über ein aussergewöhnliches Verhaltensmuster. Sie orientieren sich,
ähnlich wie frisch geschlüpfte Artemia, nach dem Licht. Ab dem
Zeitpunkt der Abgabe der Larven darf das Licht nicht mehr ausgeschaltet
werden, da die Larven dem Licht zustreben und nach Abschalten der
Beleuchtung orientierungslos durchs Aquarium treiben und somit an der
Aquarienscheibe zerschellen würden.
Deshlab sollte das Licht ständig angeschaltet bleiben, damit sie im
Dunkeln nicht die Orientierung verlieren. Alternativ kann für nachts
auch ein Mondlicht oder ein Nachtlicht aus dem Baumarkt mittig über
das Aquarium montiert werden. Deren Stromverbrauch ist sehr gering und
macht sich kaum auf der Stromrechnung bemerkbar.
Einige Arten wie Macrobracheien stellen ihren Jungtieren nach,
andere Arten vertragen das Aufsalzen nicht und fangen an zu kränkeln.
Um dies zu verhindern sollten die Eltern aus dem Aufzuchtaquarium
entfernt werden.
Nach ca. zwei Tagen häuten sich die Larven das erste Mal, danach
sind verlängerte Greifbeine zu erkennen. Jetzt kann die Zufütterung
beginnen. Da die Larven ständig und schnell wachsen, braucht man alle
paar Tage eine neue geeignete Futtergröße. Anfangs sollten die Larven
mit flüssigem Plankton (Liquizell) später mit pulverförmigen Plankton
(Mikrozell) von Hobby, aus dem Hause dohse Aquaristik und 100%
Spirulinapulver gefüttert werden. Ab einer Größe von 4 mm sollte mit
frisch geschlüpften Artemia Naupelin sowie mit feinem Flockenfutter
zugefüttert werden.
Da die freischwimmenden Jungtiere ihrem Futter nicht nachjagen,
sondern warten bis ihnen dies in die Arme schwimmt, sollte sich immer
genügend Futter im Wasser befinden.
Nach etlichen Häutungen und neun verschiedenen Entwicklungsstadien,
bei Amano-Garnelen neun, sind die Larven nach ca. 4 Wochen zu jungen
Garnelen herangewachsen und gehen zum Bodenleben über. Wenn etwas nicht
stimmt z.B. durch schlechte Wasserwerte wie zu hohen Nitrat, dauert es
bei manchen Würfen auch schon mal länger.
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