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Das richtige Wasser zur Garnelenhaltung |
Das Wasser
Die Einlaufzeit ist wohl die schwierigste Phase bei der Einrichtung
eines Aquariums. Gerade wenn es das erste Aquarium ist möchte man am
liebsten sofort mit dem Besatz beginnen. Doch wer ein paar Wochen
Geduld aufbringt wird später weniger Probleme im Aquarium haben.
Wie bei allen anderen Aquarienbewohnern spielt auch bei Garnelen
das Wasser und seine Qualität eine wichtige Rolle. Nachdem die ersten
Pflanzen eingesetzt und das Wasser eingelassen wurde, muss das Aquarium
erst einmal mindestens zwei, besser drei oder vier Wochen einfahren um
in das biologische Gleichgewicht zu kommen. Erst nach dieser Zeit haben
sich die stickstoffabbauenden Bakterien gebildet die dafür sorgen,
dass sich die Abfallstoffe der Garnelen zu dem weniger giftigen Nitrat
umwandeln. Das heißt dem Wasser fehlen in der Einlaufzeit noch die
notwendigen Filterbakterien die Nitrit, in für Pflanzen wichtiges
Nitrat umwandeln.
Nitrit
Oft steigt der Nitritwert (NO²) in den ersten paar Wochen über
einem Wert von 1mg/l was für Garnelen im Normalfall tödlich ist. Im
Fachjargon heißt diese Phase: Nitrit Peak. Viele Anfänger machen den
Fehler, dass die Tiere zu früh eingesetzt werden, was zu hohen
Verlusten führen kann.
Wie entsteht Nitrit?
Nitrit ist ein Abfallprodukt das beim Abbau von Ammonium und
Ammoniak entsteht. Nitrit ist für Garnelen äußerst giftig und sollte
deshalb in Ihrem Aquarium nicht nachweisbar sein. Nitrit wirkt toxisch.
Es zerstört die roten Blutkörperchen und blockiert das Hämoglobin im
Blut, was dann zum Ersticken führt. In einem gut funktionierenden
Aquarium in dem die biologischen Abbauprozesse funktionieren sind kaum
Nitritwerte messbar, doch gerade in der Anfangsphase durch die nicht
vorhanden Bakterien, ist der Nitritwert oft sehr hoch. Hier helfen dann
nur größere Teilwasserwechsel.
Kupfer
Besonders empfindlich reagieren sie gegenüber Kupferrückständen im
Wasser und zeigen bereits schon bei Mengen die für Fische noch
erträglich sind starke Schädigungen die bis hin zum Tod führen können.
Auch handelsübliche Pflanzendünger, viele Fischmedikamente,
Algenbekämpfungsmittel und diverse Schneckenvernichtungsmittel
enthalten Kupfer und sind für Garnelen giftig. Mehr zu den Gefahren von
Kupfer erfahren sie in dem Kapitel Krankheiten.
Nitratwert
Der Nitratwert (NO³) spielt, wie auch bei Fischen, eine wichtige
Rolle. Nitrat entsteht in erster Linie aus den Futterresten, den
Ausscheidungen der Garnelen und aus Pflanzenresten. Nitrat ist im
Gegensatz zu Nitrit nur schwach giftig. Häufig werden in Aquarien aber
extrem hohe Werte von 50 mg oder sogar mehreren 100 mg gemessen. Die
Garnelen zeigen dann nur schwache Farben, sind träge und anfällig für
Infektionen. Es kann sogar zu Todesfällen kommen wenn Garnelen aus
nitratarmen Wasser, in Wasser mit sehr hohem Nitratgehalt umgesetzt
werden. Daher sollte der Nitratwert so gering wie möglich gehalten
werden. Durch den Einsatz vieler schnellwüchsiger Pflanzen kann Nitrat
effektiv aus dem Wasser entfernt werden. Auch Schwimmpflanzen entfernen
mit ihren Wurzeln Nitrate aus dem Wasser.
Gesamthärte
Gegenüber der Wasserhärte zeigen Garnelen eine ziemlich hohe
Toleranz, deswegen braucht diese im Allgemeinen nicht beachtet zu
werden. Der Idealwert liegt bei etwa 10 – 12° dGH. Man hört zwar immer
wieder, dass Garnelen hartes Wasser zum Aufhärten des Panzers
benötigen, doch erfolgt die Aufnahme von Kalk den sie für die
Aushärtung des Panzers benötigen überwiegend über das Futter.
Sauerstoff
Wichtiger als der Härtegrad ist da die Qualität des Wassers.
Garnelen lieben klares, sauerstoffreiches nicht zu warmes Wasser.
Ist der Sauerstoffgehalt zu gering, fangen die Tiere an zu kränkeln.
Deshalb sollte eine gute Belüftung z. B. durch einen Sprudelstein zu
den Grundvoraussetzungen bei der Haltung von Garnelen gehören.
Temperatur
Im Allgemeinen sollten Garnelen aber bei Temperaturen zwischen 18°C
und 26°C gehalten werden. Dennoch hat natürlich jede Art ihre
spezifischen Anforderungen. Amano- und Fächergarnele z.B. kommen aus
wärmeren Gefilden und sollten nicht unter 24°C Wassertemperatur
gehalten werden. Mehr zu den Ansprüchen der einzelnen Arten finden Sie
im Artenteil.
Karbonathärte
Die Karbonathärte sollte zwischen 5-15° und der pH-Wert im
neutralen Bereich also um 6,5 - 7,5 liegen. Der pH-Wert ist seinerseits
vom im Wasser enthaltenen Co2, andererseits auch von der Karbonathärte
abhängig. Der pH-Wert reicht von 0 – 14 und gibt an, ob etwas sauer,
neutral oder basisch ist. Reines Leitungswasser ist neutral und hat
meist einen pH-Wert von 7,0.
Härteres Wasser hat grundsätzlich einen höheren pH-Wert, so um die
7,2 weiches Wasser oft unter 6,8. Empfehlenswert ist, dass die
Karbonathärte nicht niedriger als 2° sein sollte, da sonst der pH-Wert
stark zu schwanken anfangen kann, was für Garnelen negative
Auswirkungen hätte. Aus diesem Grund sollte man auch beim Wasserwechsel
die etwa gleichen Wasserwerte verwenden an die sie gewöhnt sind. Auf
ständige Schwankungen des pH-Wertes und der Härte reagieren Garnelen
empfindlich. Deshalb ist eine regelmäßige Überprüfung der Wasserwerte
unverzichtbar. |
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