Garnelen-Land | Technik für das Garnelen-Aquarium
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Technik für das Garnelen-Aquarium

Die Technik
Wenden wir uns nun der Technik eines Garnelenaquariums zu. Die Technik für ein Garnelenaquarien ist nicht ganz so aufwendig wie bei Aquarien mit Fischbesatz und kann je nach Aquarientyp eher spärlich ausfallen. Da im natürlichen Lebensraum der Garnelen die Temperaturen je nach Jahreszeit und Herkunft zwischen 14° bis 26°C schwanken, kann in den meisten Fällen ganz auf eine Heizung verzichtet werden.

An die Beleuchtung stellen die Garnelen keine allzu hohen Ansprüche. Die üblicherweise gängige Beleuchtungsstärke ist völlig ausreichend. Es kommt allein auf den Pflanzenbesatz an, welche Leuchtstoffröhre verwendet wird. Um das Aquarium möglichst naturnah zu beleuchten, empfiehlt sich eine Leuchtstoffröhre mit Tageslichtspektum. Ihr Licht ist hell und weiß und lässt die Farben der Garnelen und Pflanzen natürlich wirken.

Wichtiger als die Beleuchtung ist eine gut funktionierende Filterung. Aber auch filterlose Aquarien haben sich bei verscheiedenen Haltern bereits bestens bewährt. Folgende vier Möglichkeiten stehen hierbei zur Verfügung:

Filterlose Aquarien
Mittlerweile werden immer mehr Garnelenaquarien ohne jegliche Technik betrieben, denn eine Filterung ist nicht immer unbedingt notwendig. Vernünftig bepflanzte Aquarien mit gutem Wachstum können durchaus auch ohne Filterung funktionieren. Viele werden sich jetzt fragen wie funktioniert ein Aquarium ohne Filter?

Zwei Faktoren spielen bei filterlosen Becken eine wichtige Rolle: Mulm und Aquarienkies.

Kies wirkt ähnlich wie Filtermaterial, seine Oberfläche ist porös und somit siedeln sich Bakterien auf dessen Oberfläche an. Deshalb sollte man in einem filterlosen Becken keinen kunstoffummantelten Kies verwenden, da die Bakterien hier wegen der glatten Oberfläche keine Möglichkeit haben sich anzusiedeln.

Der eigentlich wichtigste Faktor ist Mulm. Mulm ist kein Abfall, sondern idealer Besiedlungsort für Filterbakterien die für eine Stabilität des Aquarienwassers sorgen. Ein Filter funktioniert genau nach dem selben Prinzip nur das sich der Mulm eben im Filter befindet. In Garnelenbecken in denen sich genügend Mulm ansammelt, kann man generell auf einen Filter verzichten, auf die Bakterien jedoch nicht.

Gerade bei Aquarien ohne Filter sollte man auf den wöchentlichen Teilwasserwechsel keinesfalls verzichten! Wer dennoch gefilterte Aquarien bevorzugt, dem bieten sich unterschiedliche Filtermöglichkeiten an. Im Allgemeinen sollte man auf nicht zu starke Strömung und das die Tiere nicht angesaugt werden können achten.

Luftbetriebene Filter
Eine sehr einfache, günstige und garnelensichere Methode der Wasserumwälzung, besonders für kleine Aquarien bis 240 Liter sind Luftfilter. Sie sind mit einer Schaumstoffpatrone ausgestattet und haben sich in Garnelenaquarien bisher am Besten bewährt. Hier gibt es von verscheidenen Herstellern unterschiedliche Modelle. Der so genannte Gullyfilter von Hobby, aus dem Hause Dohse Aquaristik, hat im Gegensatz zu den anderen Modellen den Vorteil , dass man ihn in den Bodengrund eingraben kann und so fast unsichtbar im Aquarium ist. Er ist mit Filterpatronen ausgestattet die man übereinander stecken kann und die für jedes Filtermaterial geeignet sind. Der Vorteil von Luftfiltern ist, dass man die Filter mehrerer Garnelenbecken an eine Membranpumpe koppeln kann und sich so der technische und finanzielle Aufwand um einiges reduziert.

Verschiedene Luftfiltertypen. Von Links nach rechts:
Dreieckfilter, Luftstromfilter, Gullyfilter, Luftfilter mit Schaumstoffpatronen.

Hamburger Mattenfilter
Der Hamburger Mattenfilter oder kurz HMF genannt, tauchte ursprünglich schon in den 60er Jahren in verschienden Zuchtkellern des Hamburger Raums auf.
Dieser Filter ist auch für handwerklich unbegabte Menschen relativ einfach selber zu bauen und funktioniert vom Prinzip genau wie auch die Luftfilter.
Im Allgemeinen besteht der HMF aus einer großen groben Filtermatte, die sich über den gesamten Querschnitt des Aquariums zieht. Je nach Aquariengröße z.B. 80x40x30 ist die Matte also in diesem Fall 40x30 cm groß. Man sollte aber jeweils noch 1cm dazurechnen, damit die Matte gut sitzt. Diese Filtermatten können gut mit einem scharfen Messer auf die richtige Größe zurechtgeschnitten werden. Als Dicke der Matte wählt man meist 5 cm oder mehr je nach Größe des Aquariums. Die Matte wird einige Zentimeter von der Rückseitenscheibe des Aquariums entfernt eingesetzt. Am besten geschieht dies bevor man den Bodengrund eingebracht hat. Man kann sie außerdem mit Saugnäpfen oder Silikon fixieren, was aber vor allem in kleinen Becken meist nicht notwendig ist. Hinter der Matte kann jede sonstige Technik wie Heizung oder ähnliches versteckt werden.
Hinter die Matte wird nun das Ansaugrohr einer Kreiselpumpe eingebracht, der Auslauf befindet sich im Aquarium. Diese Pumpe, wobei die Leistung auch auf das Aquarium abgestimmt werden sollte, befördert das Wasser hinter der Matte in dies zurück.

Die Vorteile des HMF liegen darin, dass er, im Gegensatz zu herkömmlichen Filtern, eine sehr große Filteroberfläche hat auf der sich mehr Bakterien ansiedeln können. Außerdem ist der HMF recht kostengünstig, vor allem im Vergleich zu Außenfiltern, da man nur die Matte, einige Rohre und eine Kreiselpumpe anschaffen muss. Er muss außerdem weniger gewartet werden als ein normaler Innen- oder Außenfilter, die Matte kann sich min. ein Jahr in Betrieb befinden. Der aber weitaus wichtigste Faktor ist sicherlich, dass keine Jungtiere egal ob Fische oder Garnelen eingesaugt werden und zu Tode kommen können.

Ein Nachteil ist die optische Frage, denn die meist blauen Matten stören vor allem am Anfang die Wirkung des Aquariums. Jedoch nimmt sie bereits nach wenigen Wochen eine dunkel grünbraune Farbe an und passt sich so besser dem Gesamtbild an. Zudem kann man sie z.B. mit Javafarn oder ähnlichem bepflanzen und hat somit noch einen dekorativen Effekt.
Ein weiterer Nachteil ist, dass durch die Matte rund 10 cm Länge verloren gehen. Dafür hat man aber einen höchst aktiven biologischen Filter der sehr lange Standzeiten hat und sich sowohl in sehr kleinen Becken als auch in sehr großen, als Alternative zu herkömmlichen Filtern behaupten kann.

Motorfilter

Innenfilter

Sind wohl die in der Aquaristik gängigste Methode der Filterung. Diese sind aber für Garnelenaquarium nur bedingt geeignet. Das Problem liegt meist an den zum teil doch sehr großen Ansaugöffnungen. Hier besteht die Gefahr, dass junge Zwerggarnelen angesaugt werden und zu Tode kommen können. Man kann den Filtereinlauf zwar mit einem alten Netz oder Nylonstrumpf sichern, so dass keine jungen Garnelen mehr eingesaugt werden. Der Nachteil ist aber sicherlich, dass sich der Nylonstrumpf mit angesaugten Schmutzpartikeln schnell zusetzt und man zur regelmäßigen Reinigung gezwungen ist.

Hängefilter
Eine Alternative zur Innenfilterung sind die so genannten Außenhängefilter. Diese werden außen an die Scheibe des Aquariums gehängt. Welche nur für Aquarien ohne oder mit speziellen Abdeckungen empfehlenswert sind. Das Ansaugrohr des Hängefilters kann man am besten mit einem Stück nicht zu groben Filterschwamm sichern um zu verhindern, dass keine Garnelen eingesaugt werden.

Ausenfilter
Für größere Aquarien haben sich Motoraussenfilter bestens bewährt. Diese Filter sind bequem unter oder hinter dem Aquarium aufzustellen und es befinden sich nur wenige störende Schläuche im Aquarium. Vorteil gegenüber dem Innenfilter ist, dass sie besser gereinigt werden können, über ein größeres Filtervolumen verfügen und so weniger gesäubert werden müssen. Außerdem kann man Außenfilter mit den verschiedensten Filtermaterialien bestücken. Da auch die Ansaugöffnung des Aussenfilters für Garnelen eine große Gefahr darstellt, sollte man auch dies mit einem Stück Filterschwamm den man über das Ansaugrohr steckt sichern.
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